Fabian

Fabian

Thursday, April 21, 2011

To-go Becher, Taxis, Blackberrys.
Nie passiert nichts. Die Menschen können nicht einfach loslassen und nichts tun. Der Mann in dem Anzug rennt mit seinem Kaffee in einer Hand, Smartphone in der anderen, auf die Strasse zu um ein Taxi anzuhalten. Er hat keine Zeit um seine Umgebung wahrzunehmen; so denkt er wenigstens.

Ich liebe die Vielfalt, die New York als Grossstadt zu bieten hat, aber wie soll man die ganzen Parks und Cafés geniessen, wenn man sich die Zeit nicht nimmt? Genau das ist es, was mich an New York so stört. Es gibt kaum Leute, die einfach mal einen Gang zurueckschalten um das, was sie haben, zu schätzen. Sie sind immer in Bewegung, und wenn etwas mal nicht schnell genug geht, flippen sie aus und werden ärgerlich. Viele sind ruhelos und immer angespannt, was für eine sehr unangenehme Stimmung sorgen kann welche sich auf die gesamte Stadt ausbreitet.
Ab und zu kann man den nervösen "Wichtigtuern" entkommen, indem man sich in bestimmte Stadtteile zurückzieht, aber das ist auch nicht immer erfolgreich.

Was mich am meisten an diesen Rumrennern stört ist, dass ich das Gefühl kriege, dass sie gar nicht so hektisch seien müssten, es aber trotzdem sind. Die Erklärung dazu fehlt mir, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es notwendig ist, immer durch die Stadt zu jagen.
Und damit,
Gute Nacht.


Schulweg

Ich lebe in einer 8 mio (20 mit Umland) starken Grossstadt.
Aber wenn ich aufstehe, hoere ich die Voegel zwitschern, gucke auf ein paar japanische Zierkirschen, die an einem Fluss stehen. Mein Schulweg fuehrt mich erst durch einen Innenhof mit Wiesen, Baeumen und einer Armee von Grauhoernchen. Dann nehme ich die Seilbahn ueber einen anderen Flussarm als der vor meinem Fenster.

DANN bin ich in der Stadt. Wenn die Seilbahn die York, erste und Zweite Avenue kreuzt, sieht man mehr Autos als Asphalt. Davon sind die meisten gelbe Taxis oder Busse. Auf der zweiten und ersten Avenue gibt es normale Busse, Blaublinker und bloeffende Blaublinker. Die Blaublinker sind die schnellsten.

Die Seilbahn hat vieles mit ihren Gegenstuecken in den Alpen gemeinsam. Glaube ich.
Sie faehrt in ein Gebirge hinein. Jedoch besteht dieses Gebirge aus Hochhaeusern. Viele der Mittelhochhaeuser haben Wassertanks auf den Daechern, um wenigstens ein bisschen Druck auf die Leitungen zu bekommen. Schliesslich wird diese Insel mit ihren 1.5 mio Einwohnern bei Nacht/ 3 mio bei Tag nur von 2 Wasserleitungen versorgt (wenn da mal eine platzt...).
Manche Haeuser haben auch Autos auf den Daechern. Wie die da nur hinkommen...

Wenn ich mit der Seilbahn uebergesetzt habe, fahre ich noch ein paar Stationen mit einem Blaublinker nach Sueden. Dann laufe ich durch eine Siedlung von Krankenhaeusern (manche mit eigenem Gefaengnis) bis ich ueber eine Autobahnbruecke schliesslich meine Schule erreiche.

Wenn ich dort ankomme, habe ich bereits ueber tausend Leute gesehen. Wenn auch nur fluechtig.

Ich bin froh wenn ich am Abend wieder auf meine kleine Insel (mit nur 16.000 Einwohnern) kommen kann.